Neue Lerntechniken – eLearning und Blended Learning

e-learning, blended learningZur Zeit findet man häufig eine Mischform von eLearning und Präsenzlernen, die mit dem Begriff „Blended Learning” bezeichnet wird. Dabei wird E-Learning oft mit einem Seminar verbunden, bei dem die Teilnehmer sich ihr Wissen zuerst zu Hause aneignen, um auf dasselbe Anfangsniveau zu kommen. Klassische Seminare können auf diese Weise oft verkürzt werden und die Anfangsphase, in der oft Defizite einzelner aufgearbeitet werden müssen, kann entfallen. Von den Kosten lässt sich Blended Learning mit einem normalen Seminar vergleichen, da die Software in der Regel sehr teuer ist und das Konzept und die Erstellung einer Lerneinheit von etwa zwei Stunden bis zu 30 000 Euro kosten kann, was bei 100 TeilnehmerInnenn 300 Euro pro Kopf ausmacht.

Nach Ansicht mancher Experten (Heinz Mandl in Robbers 2001) bietet e-Learning die große Chance, die Diskussion über eine neue Lernkultur voranzubringen. Interaktive Medien können ein guten Anlass sein, das Lernen und die Lernkultur zu überdenken, denn es stellt besondere Herausforderungen an den Lernenden, der sehr viel mehr durch eigenverantwortliches und kooperatives Lernen gefordert ist. Diese Aspekte werden in der aktuellen Lernkultur eher ignoriert, denn noch immer zielen die heutigen Lernstrukturen sehr stark auf die Vermittlung von Wissen ab und vernachlässigen dabei die Kompetenz, sich selber Wissen anzueignen, anstatt immer vom Lehrenden angeleitet zu werden, und vermitteln auch nicht die Fähigkeit kooperativ zu lernen und zu arbeiten. Der Kern von virtuellen Seminaren ist der Ansatz des problemorientierten Lernen, dem eine konstruktivistische Auffassung vom Lernen zu liegt Grunde, die sehr stark von Eigenaktivität, Selbststeuerung und Kooperation ausgeht. Das Problem ist häufig, Lernumgebungen mit solchen Ansprüchen zu gestalten, wobei technische Schwierigkeiten dabei eher ein geringes Problem darstellen. Das Hauptproblem ist, dass bis jetzt nicht viele Lehrende in der Lage sind, problemorientierte Lernumgebungen zu gestalten, an denen sich die Studierenden aktiv, selbstgesteuert und kooperativ beteiligen können.

Die Lernenden müssen neben Selbststeuerungs- und Kooperationsfähigkeit auch Medienkompetenz besitzen, also in der Lage sein, Informationen kritisch zu beurteilen. Und Lehrende müssen Abstand nehmen vom bloßen Präsentieren von Informationen. Generell kann bei den meisten eLearning-Angeboten ein Mangel an „didaktischer Phantasie” beobachtet werden (vgl. Schulmeister 2001), sodass meist die traditionellen Unterrichtsformen perpetuiert werden. Nicht jeder Multimedia-Kurs im Internet ist auch eLearning. Eine Voraussetzung dafür ist eine im Hinblick auf Lernziele und Adressatenkreis gezielte Modularisierung und didaktische Aufbereitung der Inhalte, sodass daraus unabhängige Lerneinheiten („Learning Objects”) entstehen, die eine Individualisierung des Trainings erlauben. Wenn sie standardisiert produziert werden, sollten sie später zwischen unterschiedlichen eLearning-Systemen ausgetauscht werden zu können. Daher ist eLearning weniger eine Technologie als vielmehr eine Strategie, in welcher die Psychologie eine zentrale Rolle spielt. Technologien an sich bieten keine Gewähr für Erfolg und Qualität von Kursen, denn in der Praxis ist häufig die mangelnde Beschäftigung mit den psychologischen und didaktischen Aspekten des eLearning die Ursache für das Scheitern. Will man den Erfolg einer eLearning-Maßnahme bewerten – wie bei jeder anderen Methode auch -, so beginnt eigentliche Bewährungsprobe danach: Sind die Lerner später tatsächlich in der Lage, das neue Wissen im Arbeitsalltag umzusetzen? Viele Faktoren spielen hierbei eine Rolle. So müssen die Lerner kontinuierlich motiviert und ermutigt werden, um das erworbene Wissen praktisch anzuwenden. Für die Beurteilung der Qualität einer Trainingsmaßnahme ist daher eine begleitende Evaluationsuntersuchung notwendig.

Quelle: [werner stangl]s arbeitsblätter @ http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Elearning.shtml (Stand: 29.04.2010)
Literatur: Robbers, Ines (2001). „Die virtuelle Universität schlechthin wird es nicht geben”. http://www.politik-digital.de/edemocracy/elearning/mandl.shtml (Stand: 31.10.2003)
Schulmeister, R. (2001). Virtuelle Universität – Virtuelles Lernen. München: Oldenbourg.
Foto: luigi diamanti / FreeDigitalPhotos.net

Ten tekst jest na licencji Creative Commons License: Uznanie autorstwa-Użycie niekomercyjne-Bez utworów zależnych 2.0 Austria.
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/at/deed.pl

Oceń wpis:
[ratings]

Print Friendly
0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes

Zostaw komentarz

Twój adres email nie zostanie opublikowany. Pola, których wypełnienie jest wymagane, są oznaczone symbolem *

CommentLuv badge