Versuch einer Typologie von rezeptiven Übungen

Das Erlernen von rezeptiven Fertigkeiten ist in der heutigen Zeit von großer Bedeutung, weil wir es auf immer mehr Ebenen mit der Internationalisierung der Gesellschaft zu tun haben. Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern gewinnt an Relevanz, deshalb ist es so wichtig, die fremden Sprachen gebrauchen zu können. Dieser Weg beginnt bei den Schülern mit der Übung von rezeptiven Fertigkeiten, von Hör- und Leseverstehen, wonach sie auch im produktiven Bereich gemeistert werden. Wir wollen jetzt die Aufgabenformen nennen, die eingesetzt werden sollen, um die Fertigkeit des Hörverstehens zu üben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Übungen zu systematisieren. Erstens können das die Hörtexte sein (synthetische, authentische Texte), zweitens können wir diese Aufgaben nach den Hörstilen (das extensive oder intensive Hören) einteilen. Die Systematisierung, die wir gleich zu präsentieren vorhaben, ermöglicht einen Überblick über verschiedene  Übungsmöglichkeiten und hilft den Lehrenden bei der Auswahl richtiger Übungsformen. Dahlhaus (1994:52) schlägt eine Systematisierung vor, die sich auf den konkreten Umgang mit Hörtexten im Unterricht bezieht. Sie unterscheidet die Aufgaben:

  • die vor dem Hören des Textes gemacht werden,
  • die während des Hörens einzusetzen sind,
  • die nach dem Hören gemacht werden.

Die Aufgaben, die vor dem Hören gemacht werden können, haben zum Ziel, ins Thema einzuführen und die Schüler zu motivieren, z. B. durch Aktivierung ihres Vorwissens mit Hilfe verschiedener Techniken (Dahlhaus 1994:125):

  • Assoziogramme,
  • visuelle Impulse (Bilder, Fotos, Video, Folie etc.),
  • Besprechung des zu bearbeitenden Themas in der Mutter- oder auch in der Fremdsprache (Vorwissen der Schüler aktivieren),
  • Zuordnungsübungen (Bild – Text, Bild – Bild, Text – Text),
  • das Herstellen richtiger Reihenfolgen von Bildern oder Texten,
  • Besprechung eines anderen Materials mit ähnlicher oder gleicher Thematik.

Eine wichtige Gruppe von Aufgaben bilden diejenigen, die während des Hörens gemacht werden können. Ihr Ziel ist es, verschiedene Arten des Hörverstehens zu üben (ebd.:125, 186):

  • das intensive Hören (das totale/detaillierte Hören), bei dem alle Informationen des Hörtextes wichtig sind und alle seine Details verstanden werden müssen. Aufgabentypen: einzelne Informationen aus dem Text aufschreiben, Text mitlesen, Lückentext mitlesen und Lücken ergänzen, W-Fragen beantworten (Wer? Was? Wie? Wo? Wann? etc.), richtige Reihenfolge herstellen.
  • das extensive Hören (das globale/kursorische Hören), bei dem wenige zentrale Aussagen des Textes zum dessen Verstehen reichen. Aufgaben wie: Mehrwahlantwortübungen (Multiple-Choice-Übungen), Richtig-FalschÜbungen oder Ja – Nein ankreuzen.
  • das selektive Hören (das selegierende Hören), bei dem nur bestimmte, zum Lösen der Aufgabe notwendige Informationen herausgehört werden müssen, z. B. Zuordnungsübungen, Arbeit mit Wortlisten, wo nur einige vorgegebene Wörter herausgehört werden müssen.

Die letzte Gruppe der Aufgaben bilden die, die nach dem Hören einzusetzen sind. Mit Hilfe dieser Aufgaben kann der Lehrer das Verstehen des Hörtextes kontrollieren und an diesem Text weiterarbeiten. Dahlhaus (1994:126) nennt folgende Aufgaben:

  • Zuordnungsübungen (Bild – Text, Bild – Bild, Text – Text),
  • Richtig-Falsch oder Ja-Nein-Übungen mit kurzen Hörtexten,
  • W-Fragen zum Text,
  • das Herstellen richtiger Reihenfolgen von Wörtern, Überschriften oder Bildern,
  • Welche Aussagen treffen zu?

Was die Fertigkeit des Leseverstehens betrifft, sind hier auch gewisse Lesestile zu nennen, die vom Kommunikationsziel und dem Grad des Erfassens des Textinhaltes bestimmt werden. Von Löschmann/Petzschler (1979:31 ff.) werden folgende Lesestile unterschieden:

  • orientierendes Lesen (sortierendes Lesen), bei dem der Empfänger des Lesetextes versucht, einen Überblick über das Gelesene zu gewinnen. Er such bestimmte Informationen auf, die für ihn zum Verstehen wesentlich sind, deshalb wird diese Art des Leseverstehens auch als „das suchende Lesen“ bezeichnet (Rückert 1967:4 ff., zit. nach Löschmann/Petzschler 1979:31). Er unterscheidet Wichtiges und Unwichtiges im Text und sucht dessen Hauptaussagen heraus (Westhoff 1997:166). Westhoff ist der Auffassung, dass das suchende Lesen dem selektiven gleichzusetzen ist, bei dem der Schüler die Aufgabe hat, eine gewisse, spezifische Information im Text zu finden.
  • kursorisches Lesen (globales Lesen), während dessen der Leser den Text überfliegt und dabei bestrebt ist, das Wesentliche zu erfassen. In der Praxis ist das globale Lesen von Nutzen, weil es ermöglicht, uns über das in einem Lesetext dargestellte Thema einen Überblick zu verschaffen
  • totales Lesen (detailliertes Lesen), bei dem der Text Wort für Wort und Satz für Satz gelesen wird. Der Leser nimmt den Inhalt in seinem ganzen Umfang und in seiner Gesamtheit auf (Löschmann/Petzschler 1979:33). All die neuen Informationen müssen genau rezipiert und die unbekannten Wörter erklärt werden.

Źródło: Zum Wesentlichen fremdsprachlicher Rezeption

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