Top-Thema: Die deutsche Presse nach dem Pariser Anschlag

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Die deutsche Öffentlichkeit war lange unsicher, wie man mit Mohammed-Karikaturen umgehen soll. Die Presse wollte sie oft nicht drucken. Nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ scheint sich etwas geändert zu haben.

Der Angriff am 07.01.2015 auf die Pariser Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, die besonders für Karikaturen über Religionen bekannt war, schockierte die Welt. Nach dem Anschlag druckten zahlreiche deutsche Tageszeitungen satirische Mohammed-Karikaturen der Zeitschrift. Die Bilder waren auf vielen Titelblättern zu sehen. So einheitlich hat sich die deutsche Öffentlichkeit bisher selten auf die Seite der Karikaturisten gestellt.

2006 war die deutsche Öffentlichkeit noch verunsichert, wie man mit islamkritischem Spott umgehen soll. Damals gab es wegen der Mohammed-Karikaturen des dänischen Zeichners Kurt Westergaard Proteste in vielen muslimischen Ländern. Er hatte den Propheten unter anderem mit einer Bombe als Turban auf dem Kopf gezeichnet. Nur die Zeitung „Die Welt“ veröffentlichte die Karikaturen in Deutschland. Die meisten anderen Medien druckten sie nicht.

Als Westergaard 2010 mit einem Medienpreis ausgezeichnet wurde, verwies Angela Merkel in ihrer Rede auf das Recht der Pressefreiheit, „egal, ob wir seine Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht“, so Merkel. Dafür bekam die Kanzlerin damals nicht nur Lob, sondern auch heftige Kritik.

Der Chefredakteur von „Charlie Hebdo“ Stéphane Charbonnier veröffentlichte 2013 einen Comic über Mohammed. „Die Zeit“ druckte zwar Bilder daraus ab, aber schwärzte darin den Propheten. Die Begründung: „Es ist nicht anständig, Menschen zu beleidigen“, so die Zeitung. Die „Berliner Zeitung“ hatte ein Jahr zuvor die Karikaturen der Satirezeitschrift sogar als „primitive Provokation“ bezeichnet. Aus Solidarität mit der Pariser Zeitschrift haben deutsche Zeitungen nun ihre Haltung über Mohammed-Karikaturen zumindest für einen Tag verändert.

Glossar – słownictwo do tekstu

Anschlag, Anschläge (m.) – hier: ein gewalttätiger Angriff, um Angst zu verbreiten und bestimmte Ziele zu erreichen
Karikatur, -en (f.) – eine witzig gemeinte Zeichnung, die etwas sehr übertrieben darstellt
mit etwas um|gehen – sich in Bezug auf etwas verhalten
Satire, -n (f.) – eine Ausdrucksform in der Kunst, in der etwas mit Witz und Ironie kritisiert wird
jemanden schockieren – bei jemandem für Entsetzen sorgen
Titelblatt, -blätter (n.) – die erste Seite einer Zeitung oder Zeitschrift
einheitlich – überall gleich
sich auf die Seite von jemandem stellen – hier: jemanden unterstützen; sich öffentlich zu jemandem bekennen
verunsichert – nicht sicher; nicht überzeugt
Spott (m., nur Singular) – eine Äußerung, mit der man sich über andere lustig macht
Prophet, -en (m.) – jemand, der eine religiöse Botschaft überbringt; eine wichtige Figur in einer Religion
Turban, -e (m.) – die Kopfbedeckung aus einem Tuch (der Muslime und Hindus)
auf etwas verweisen – auf etwas hinweisen; etwas benennen
geschmackvoll – passend; gut gelungen
etwas schwärzen – schwarze Farbe über etwas machen, damit man es nicht mehr erkennen kann
anständig – hier: gut; nett
primitiv – hier: sehr einfach; nicht durchdacht
Provokation, -en (f.) – eine gezielt freche Aktion, mit der man Reaktionen hervorrufen möchte
Solidarität (f., nur Singular) – das Zusammenhalten von Personen mit gleichen Interessen
Haltung, -en (f.) – hier: die Einstellung; die Meinung

Fragen zum Text – pytania do tekstu

1. Welche Aussage steht im Text?
a) Nur wenige Zeitschriften druckten die Karikaturen aus der Zeitschrift „Charlie Hebdo“.
b) Nur wenige Zeitschriften druckten die Karikaturen von Kurt Westergaard.
c) Alle Zeitungen weigerten sich, Charbonniers Comic zu veröffentlichen.

2. Merkel sagte in ihrer Rede, dass …
a) Westergaards Zeichnungen für die Pressefreiheit schlecht sind.
b) Westergaards Zeichnungen für die Pressefreiheit gut sind.
c) es unwichtig für die Pressefreiheit ist, ob einem Westergaards Zeichnungen gefallen.

3. Wie begründete es „Die Zeit“, dass sie Charbonniers Zeichnungen schwärzten?
a) Sie wollten keinen Menschen in seinem Glauben verletzen.
b) Sie hatten Angst vor Anschlägen.
c) Sie wollten die Karikaturisten provozieren.

4. Wie lautet die Genitivform des folgenden Ausdrucks? „die Karikatur von dem dänischen Zeichner Westergaard“
a) die Karikatur des dänischen Zeichners Westergaard
b) die Karikatur des dänischer Zeichner Westergaard
c) die Karikatur des dänische Zeichners Westergaard

5. Wie lautet die Genitivform des folgenden Ausdrucks? „die Satire von der französischen Zeitschrift ‚Charlie Hebdo‘“
a) die Satire der französischen Zeitschrifts „Charlie Hebdo“
b) die Satire der französischen ZeitschriftCharlie Hebdo“
c) die Satire der französischer Zeitschrift „Charlie Hebdo“

Arbeitsauftrag – polecenie do opracowania (np. na lekcji niemieckiego)

Recherchiert die bekanntesten deutschen Zeitungen und sucht im Internet ihre Titelblätter nach den Anschlägen in Paris. Welche Gemeinsamkeiten könnt ihr unter ihnen feststellen? Gibt es Gemeinsamkeiten/Unterschiede zu den Reaktionen der Zeitungen in eurem Land?

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Quelle: Deutsche Welle

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Komentarze: 7
  1. Edyta

    Problem z pobraniem PDF….

  2. Damian

    poda mi Pan link do strony z podcastami z tekstem?? tak jak u pana na stronie. dziekuje

  3. Julia

    Pana zaangażowanie w tworzenie tej strony sprawia, że nauka jest codzienna przyjemnościa, a nie przykra rutyna. Na stronie DW miałam wcześniej problem ze zlokalizowaniem tych podcastów, teraz już wiem, gdzie należy ich szukać. Pozdrawiam!

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