1. Fremdsprachliche Rezeption und ihre Arten

Die Termini Rezeption und rezipieren stammen vom lateinischen Wort recipere, was aufnehmen, empfangen bedeutet[1]. Der Begriff der fremdsprachlichen Rezeption geht eng mit dem der fremdsprachlichen Kommunikation einher. Anhand der Kommunikationstheorie von Watzlawick (1967:53 ff.) können wir feststellen, dass die Kommunikation ohne Rezeption nicht existiert, weil wir nicht kommunizieren können ohne zu produzieren und zu rezipieren. Die Botschaften, die der Sender (der Produzent) kodiert und sendet, werden von dem Empfänger (dem Rezipienten) wahrgenommen und dekodiert. Die Prozesse, die dabei Verlauf nehmen, werden wir ferner erklären und genauer erörtern.

Rezeption spielt beim Fremdsprachenlernen eine sehr wichtige Rolle. Im Fremdsprachenunterricht haben wir sowohl mit dem Sender (Lehrer), als auch mit dem Empfänger (Schüler) zu tun. Wer spricht oder schreibt, ist Sender, und wer das Gesprochene und/oder das Geschriebene wahrnimmt, ist Empfänger. Die Kommunikationsprozesse, die im Unterricht ablaufen, sind beim Fremdsprachenlernen unentbehrlich, weil die meisten Lernenden den einzigen Kontakt mit der neuen Sprache nur durch die vier Fertigkeiten haben. Diese Fertigkeiten, einer gewissen Reihe nach angeeignet und geübt, ermöglichen den Schülern einen immer leichter und spontaner werdenden Sprachgebrauch auf verschiedenen Ebenen.

Heutzutage konzentrieren sich die Lehrwerke und die Pädagogen darauf, dass der Fremdsprachenunterricht kommunikativ wird. Die Lehrer versuchen den Unterricht so zu gestalten, dass die Lernenden motiviert sind und die Fremdsprache erlernen wollen. Es werden die für die Schüler relevanten Themen behandelt, sinnvolle und realistische Aufgaben gestellt, die bei ihnen das Selbstvertrauen wecken (Sheils 1994:1). In dem schulischen Alltag werden alle vier Fertigkeiten geübt, aber den Vorrang haben die rezeptiven, und aus einem ganz einfachen Grund. Wenn wir eine Sprache nicht verstehen, dann können wir sie auch nicht sprechen oder schreiben (Solmecke 1997:30). Heyds Untersuchungen (1990:108) haben bewiesen, dass die rezeptiven Fertigkeiten von größerer Bedeutung sind. Ihrer Auffassung nach stehen die rezeptiven zu den produktiven Sprachtätigkeiten im Verhältnis 5:2. Mit so einer Situation haben wir zu tun, weil die Lernenden, oder mindestens deren Mehrzahl, in außerschulischen Kontakten mit den Ausländern vor allem als Hörer oder Leser fungieren, viel seltener als Sprecher oder Schreiber. Deshalb dürfen wir als Lehrer nicht vergessen, dass auch die Schulung rezeptiver Fertigkeiten wichtig ist. Wir sollen uns darauf konzentrieren, dass die Schüler das Gehörte und/oder das Geschriebene zu verstehen imstande sind. Erst dann sollen wir zur Schulung produktiver Fertigkeiten übergehen. Hier kann uns der Prozess des Transfers die Arbeit erleichtern, wo das Erlernen einer Fertigkeit durch das früher Erworbene unterstützt wird. Dabei bieten uns die sog. kombinierten Übungen (vgl. Sheils 1994:138) eine große Hilfe. Wenn wir beispielsweise mit den Schülern das Leseverstehen trainieren wollen, können wir vor dem Lesen ihr Vorwissen aktivieren und zum Sprechen bewegen. Nach dem Lesen eines Textes können wir auch verschiedene reproduktive oder reproduktiv-produktive Übungen zum Schreiben einsetzen. Damit aber beschäftigen wir uns im praktischen Teil dieser Arbeit, wo wir konkrete Beispiele für die Übungen zur Schulung aller vier Fertigkeiten nennen werden.

Nachdem wir den Begriff der fremdsprachlichen Rezeption erklärt und die Bedeutung der rezeptiven Fertigkeiten betont haben, wollen wir zum nächsten Kapitel dieser Arbeit übergehen und die kommunikativen Elemente der fremdsprachlichen Rezeption auflisten. Wir werden die Kommunikation als eine zwischenmenschliche Tätigkeit darstellen und die fünf Axiome Watzlawicks mit ihrer Erklärung nennen.

[1] Duden – Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003, Bayern [CD-ROM].

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